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Dmitrij_Chmelnizki's Journal
 
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Monday, November 21st, 2005

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Статья про Академию безопасности, охраны и правопорядка. FAZ, 20.11.2005

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 20.11.2005, Nr. 46 / Seite 6

Matthias der Große
Zum Rotärgern: Die Russen werfen mit Orden um sich - und treffen SPD-Chef Platzeck
von markus wehner
Berlin. Aufregende Tage sind es in der Staatskanzlei in Potsdam, seit der Hausherr Matthias Platzeck in Windeseile zum SPD-Chef ausgerufen und mit Rekordergebnis gewählt wurde. Die Potsdamer müssen nicht nur dem Willy-Brandt-Haus in Berlin unter die Arme greifen, sondern auch die ersten Kampagnen abwehren, mit denen dem bisher so unbestrittenen Ministerpräsidenten Brandenburgs die Weste beschmutzt werden soll.
Die erste verknüpft sich mit dem 22. Juni dieses Jahres. Da war Platzeck in der Russischen Botschaft Unter den Linden. Rußlands Botschafter Wladimir Kotenjow verlieh ihm dort den Orden "Peter der Große" Erster Klasse. Grund der Auszeichnung: Platzecks "Beitrag zum Gelingen von vielen Gedenkveranstaltungen aus Anlaß des Jahrestages der Befreiung Europas von der Naziherrschaft". Der Orden kam von der "Akademie für Sicherheit, Verteidigung und Rechtsordnung" (ABOP) in Moskau, und deren Vorsitzender, Generalmajor a. D. Viktor Schewtschenko, ehemals Chef der Gegenspionage der Raketentruppen, war eigens dafür angereist. Platzeck bekam auch noch eine Schärpe umgelegt.
Manche, die an der Feierstunde teilnahmen, hatten das Gefühl, ein bißchen viel Altkommunisten seien im Saal. Und daß ein ehemaliger DDR-Botschafter geehrt wurde, stieß ebenfalls dem einen oder anderen auf, ebenso wie die Anwesenheit von Markus Wolf, einst Chefspion der DDR. Aber so ist das eben mit den vergangenheitsbewußten Russen.
Erst vor einer Woche machte der Orden von sich reden. Frühere Preisträger seien der ehemalige Serbenführer und international gesuchte Kriegsverbrecher Radovan Karadzic, der weißrussische Diktator Alexander Lukaschenka und der russische Ultranationalist Wladimir Schirinowskij, teilte das Boulevard-Blatt "B. Z. am Sonntag" mit. Der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, vorderster Kämpfer an der Antikommunisten-Front, forderte Platzeck auf, den Orden zurückzugeben. Knabe roch "alte Seilschaften des russischen Geheimdienstes". Selbst ein Parteifreund, der ehemalige DDR-Bürgerrechtler Markus Meckel, fiel seinem Chef in den Rücken. "Ich hätte den Orden abgelehnt", sagte er.
In der Staatskanzlei rang man die Hände. Platzeck in einem Munde mit Karadzic, das klingt nicht gut. Indes hat nur eine kasachische Zeitung im vergangenen Jahr den Serben als Ordensträger identifiziert. Zweifel kamen auf. Wie hätte man den Orden dem untergetauchten Serben überhaupt verleihen können? Die Erleichterung in der Staatskanzlei war groß, als man am Donnerstag den ABOP-Präsidenten Schewtschenko erreichte. Karadzic gehöre sicher nicht zu den Ordensträgern, versicherte der KGB-Veteran.
Unter den Geehrten sind indes kaum weniger dubiose Gestalten. So erhielt der nordkoreanische Diktator Kim Jong-il den Orden am 19. Dezember 2003 vom Vizepräsidenten der Akademie, Sergej Ljuschkin, überreicht - aus Anlaß des zwölften Jahrestags der Übergabe der obersten Heeresführung der Volksarmee an den weisen Führer, der zugleich Vollmitglied und Professor der Akademie wurde. Das gleiche Schicksal - Orden samt Professorenwürde - ereilte auch den turkmenischen Diktator Sapamurad Nijazow, der als "Turkmenbaschi" einen bizarren neostalinistischen Führerkult in seiner Wüstenrepublik installiert hat und jedes Anzeichen oppositioneller Gesinnung brutal unterdrückt. Neben Lukaschenka, Nijazows weißrussischem Pendant, gehört in Rußland auch der ehemalige Marschall der Sowjetunion, Dmitrij Jasow, zu den Ordensträgern. 1991 hatte er gegen Michail Gorbatschow geputscht. Auch der letzte KGB-Chef Wladimir Krjutschkow wurde geehrt. Und im Sommer konnte Schewtschenko auch Markus Wolf im "Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur" in der Berliner Friedrichstraße eine Auszeichnung überreichen.
In der Staatskanzlei weist man darauf hin, man habe im Vorfeld nicht gewußt, wer den Orden, der ja eine "gesellschaftliche Auszeichnung" sei, schon bekommen habe. Platzeck sei auf Vorschlag des russischen Botschafters ausgezeichnet worden, da sei es unüblich, Nachforschungen anzustellen. Zudem habe auch der russische Patriarch Alexii II. den Orden erhalten.
Und gleichzeitig mit Platzeck wurden auch der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses Walter Momper (SPD) und dessen Stellvertreterin Martina Michels (Linkspartei) ausgezeichnet. Momper war am 22. Juni schon in Urlaub, so daß Stellvertreterin Michels seine Auszeichnung mit in Empfang nahm. "Ich bin stolz, daß ich diesen Orden bekommen habe", sagt Michels. Schließlich habe sie richtig viel Arbeit in die Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Kriegsendes gesteckt, sie sei in Moskau bei der Siegesfeier dabeigewesen und habe die Ehrenbürgerschaft von Nikolai Bersarin, dem ersten russischen Stadtkommandanten in Berlin, durchgesetzt. Außerdem habe auch Kofi Annan, der UN-Generalsekretär, den Orden bekommen, behauptet Michels. "Ich habe nicht die Absicht, die Medaille zurückzugeben", teilt auch Walter Momper dieser Zeitung mit. Er habe sie für seinen Beitrag zum Gelingen der Gedenkfeiern bekommen, an Spekulationen beteilige er sich nicht. Die Staatskanzlei in Potsdam hält sich etwas bedeckter, teilt aber mit: "Wir sehen keinen Grund, an der Motivation der Würdigung zu zweifeln." Und Michels führt an, daß schließlich alle staatlichen Orden von Präsident Wladimir Putin selbst abgesegnet würden.
Die Akademie ist eine nichtstaatliche Institution - offiziell. Allerdings wurde die ABOP vor fünf Jahren auf Geheiß Putins gegründet. Sie zählt die obersten Etagen der Regierung, der Armee, des Geheimdienstes FSB sowie die Mehrheit der russischen Gouverneure zu ihren Mitgliedern. Vom Vorsitzenden bis zum Pressedienst sind alte und junge Geheimdienstkader für ihre Arbeit zuständig. "Die Akademie ist eine neue Form der FSB-Arbeit, um auf allen Ebenen Unterstützung zu gewinnen und Einflußagenten zu werben", meint etwa der in Berlin lebende russische Publizist Dmitrij Chmelnizkij.
Gelassener sieht es Reinhard Führer, der Präsident des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der zusammen mit Platzeck am 22. Juni den Orden erhielt. Es gehöre eben zur russischen Mentalität, bei jeder Gelegenheit jemanden einen Orden anzuheften. "Das ist ein bißchen so, wie wenn wir einen Blumenstrauß überreichen", sagt Führer. "Ich halte das nicht für angebracht, daraus politisches Kapital schlagen zu wollen", nimmt Führer, CDU-Mitglied, den neuen SPD-Chef Platzeck in Schutz.
Wie großzügig die Akademie mit ihren Auszeichnungen - insgesamt sechs Kategorien für Orden und sieben für Medaillen - umgeht, hat der SPD-Politiker Gernot Erler erfahren. Sein Name wird auf der Internetseite von ABOP in einer Liste derer geführt, die in diesem Sommer ausgezeichnet wurden. "Man hat mir diesen Orden weder angeboten noch verliehen", sagt Erler dieser Zeitung. Daß er dennoch als Ausgezeichneter genannt ist, findet der zukünftige Parlamentarische Staatssekretär im Auswärtigen Amt "sehr ungewöhnlich".
Ungewöhnlich ist aber auch, daß ein anderer SPD-Politiker den Orden nicht besitzt. Denn die Auszeichnung Putins als "lupenreiner Demokrat" stammt nicht von Matthias Platzeck. Sondern von Gerhard Schröder.
11:01a
Конкурс на Дворец советов
Кусочек главы про Дворец Советов из еще невышедшей книги о сталинской архитектуре.
http://www.a3d.ru/archi/stat/stalin1.php

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